Dreihundertfünfundsechzig und ein Text
Samstag, 31. Januar 2015
Einunddreißig (Rodung)

Der Wald ist weg, gerodet
über Nacht. Jetzt kracht
der Himmel ungebremst
zu Grund, und das Licht
irrt auf Stelzen zwischen
den Stümpfen umher.

Der alte Hund schnüffelt hier und
hebt das Bein zur Probe dort
an einem Stumpf, als spräche er
den Toten Mut zu.

Phantomschmerz des Holzes.
Grob gezimmert der Himmel
wie ein Schafott.

Schneeflocken taumeln
zu Boden in schnellem Sturz, haschend
nach einem Zweig, der sie noch halte.

Fensterreihen starren ins Leere,
die Straße schleift hart an der Böschung.

Gärten sonnen sich frech, wie brave Bürger,
denen der Tyrann Freiheit versprach.

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Last modified: 06.02.20 10:44
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Kommentare
Über Straßenbahnfahrten schreiben kann
auch nicht jeder ... (Das heißt. Könnte auch Bus sein.)
Lakritze, vor 4 Jahren
;)
wilhelm peter, vor 4 Jahren
April, April.
Lakritze, vor 4 Jahren
wer weiss
erkennt kalendarische kontexte
wilhelm peter, vor 4 Jahren
Ah, stimmt. Da war
noch eins.
Solminore, vor 4 Jahren
Oh, mehr Baugrubenverse! Schön,
Ihre Distichen.
Lakritze, vor 4 Jahren
grosse gefühle tief gegründet Aus
dem stillen Raume Aus der Erde Grund Hebt sicht wie...
wilhelm peter, vor 4 Jahren
Lesezeichen. Baugrubenlyrik kannte
ich nicht. Mag ich.
Lakritze, vor 4 Jahren
das ist sehr sehr
schön.
don papp, vor 5 Jahren

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